Buchpreisträger Uwe Tellkamp: Ein Interview
Knapp 1.000 Seiten umfasst sein Roman "Der Turm", für den er mit dem Deutschen Buchpreis 2008 ausgezeichnet wurde. Manchmal reicht Uwe Tellkamp jedoch ein einziges Wort, um sich verständlich zu machen.
Frankfurter Buchmesse: In Branchenkreisen galten Sie nach Veröffentlichung der Shortlist als Favorit. Dennoch wirkten Sie überrascht bei der Verleihung. Haben Sie denn gar nicht damit gerechnet, den Preis zu erhalten?
Uwe Tellkamp: Nein.
Was bedeutet Ihnen der Deutsche Buchpreis persönlich - er reiht sich ja in eine ganze Reihe von Preisen ein, die Sie bereits erhalten haben?
Anerkennung.
Wie haben Sie die diesjährige Frankfurter Buchmesse als Preisträger - und somit als einer ihrer 'Stars'- erlebt?
Anstrengend.
Der Strudel Ihres Romans, der dicht, sprachgewaltig und intensiv ist und Anleihen Ihrer eigenen Lebensgeschichte aufweist, reißt den Leser mit. Waren Sie beim Schreiben ebenfalls in einem Strudel der vergangenen Ereignisse gefangen oder gab es noch einen "normalen Alltag" für Sie?
Beides.
Ein Kritiker hat gesagt, Ihr Roman "Der Turm" sei der Film "Das Leben der Anderen" in Buchform. Können Sie mit dem Vergleich etwas anfangen?
Nein. Den Film "Das Leben der Anderen" habe ich noch nicht gesehen.
Sie haben in einem Interview auf der Buchmesse gesagt, dass ein Buch Ihnen sage, wann es zu Ende ist und Sie als Autor zuhören können müssten. Bei "Der Turm" hat es fast 1.000 Seiten gedauert, bis es "Stopp" sagte. Hat Sie das überrascht?
Nein.
Sie haben Ihren Arztberuf für das Leben eines Schriftstellers aufgegeben. Was bedeutet Schreiben für Sie?
Viel.
Den Verkauf Ihres Romans hat der Deutsche Buchpreis befördert, in welche Länder wurden bereits Übersetzungsrechte verkauft?
Griechenland, Tschechien, Niederlande, Italien, Spanien.
Mit Ihrem nun preisgekrönten Roman befanden Sie sich in illustrer Gesellschaft auf den Auswahllisten. Was zeichnet die deutsche Gegenwartsliteratur aus, was macht Sie auch für die internationale Buchwelt interessant?
Ich kenne weder die deutsche Gegenwartsliteratur noch die internationale Buchwelt gut genug, um Ihre Frage beantworten zu können.







